Ein Vokal, ein Lachen – und ein bisschen Mut. Warum kleine Fehler uns weiterbringen als Perfektion.

Mutig zu sein kann ganz verschiedene Formen haben.
Als ich letzten Monat in Sardinien war, habe ich mir im Vorfeld einige kleine Sprachkenntnisse angeeignet. 🇮🇹
Einfache Dinge wie höfliche Begrüssungen und Verabschiedungen.
Sehr wichtig in Italien: Man betritt nie ein Geschäft ohne zu grüssen, das gilt direkt als unhöflich – und man outet sich als Tourist.
Auch einige einfache Konversationen in Alltagssituationen habe ich mir eingeprägt.
Zum Beispiel, um beim Kellner die leckerste Trüffel-Pasta zu bestellen, mich zu bedanken, einen Caffè zu bestellen und anschliessend um die Rechnung zu bitten.
Oder auf dem lebhaften Wochenmarkt nach spezifischen Produkten zu fragen. Denn ich wollte unbedingt den Erdbeerbaum-Honig probieren (Miele di corbezzolo sardo). 🍯
Ich sag dir: Der ist unglaublich lecker und einzigartig. ☺️
Beim Sprachenlernen kommt das Hörverständnis meist zuerst. Das Sprechen dauert etwas länger – und braucht oft ein bisschen Überwindung und Mut.
Es ist wie beim Yoga: Man probiert, tastet sich heran – und nicht alles gelingt auf Anhieb.
Manche Bewegungen fühlen sich sofort stimmig an, andere brauchen Zeit.
Und genau darin liegt der Fortschritt.
So war es auch an diesem Sonntag, als ich mein Italienisch ausprobiert habe:
Mein Partner und ich sind eingeladen zu einem grossen Mittagessen mit mehreren Gängen, das sich über Stunden erstreckt.
Das übergeordnete Thema ist Fisch und Meer.
Salvatore, ein enger Freund des Gastgeberspärchens ist einer der besten Fischer in der Stadt und bringt die leckersten Zutaten mit: Meeresfrüchte, Fisch, Sardinen, Garnelen. 🐟
Alle ankommenden Gäste bringen etwas mit: eine Vorspeise, ein Getränk, ein Dessert, einen Likör.
Mein Partner und ich bringen frischen Ricotta, den wir alle als Zwischengang mit dem Erdbeerbaum-Honig geniessen.
Auch eine 1,5 Liter Flasche bester Moët Champagner wird geköpft. 🍾
Dann wird eine echte sardische Spezialität serviert: Fregola sarda. Perlförmige, kleine Pasta-Kügelchen aus Hartweizengriess.
Die Gastgeber haben sie klassisch mit Meeresfrüchten zubereitet.
Ich liebe das Gericht – und nehme gerne eine zweite Portion, als ich gefragt werde, ob es mir schmeckt.
Ich antworte: „La fragola sarda è buonissima!“
Die Leute am Tisch müssen direkt schmunzeln und lachen.
Sanft korrigieren sie mich:
FrAgola sind Erdbeeren.
FrEgola sind die Pastakügelchen.
Ok, wieder etwas gelernt. Ein Vokal verändert alles. 😅
Und da liegt der Punkt: Es braucht mutiges Probieren, damit überhaupt Fehler entstehen. Und genau diese kleinen Fehler führen wiederum zu Fortschritt.
Das darfst du diese Woche gerne auch auf der Yogamatte anwenden. Die aktuelle Lektion eignet sich wunderbar dafür. 🧘🏼♀️
Und als kleine Achtsamkeitsübung für deinen Alltag: 🌟
Wann beobachtest du Mut bei deinen Mitmenschen?
Welche aktuelle Entscheidungen von dir brauchen Mut?
– etwas Neues ausprobieren, die Komfortzone verlassen
– um Unterstützung bitten
– ein schwieriges, aber wichtiges Gespräch führen
– jemanden ansprechen
– für dich selbst einstehen
– gesunde Grenzen setzen
– Verletzlichkeit und Schwäche zeigen
– dir einen Fehler eingestehen
– Nein sagen
– dich entschuldigen
– eine vorherige Entscheidung revidieren
Mutig sein kann viele Formen haben. 🤗
Was bedeutet es für dich im Moment, mutig zu sein? ✨
PS: Das Bild zeigt meinen Lieblingskäse-Stand am Markt in Olbia.☺️🧀
