Piano piano – Warum weniger Tempo gerade mehr Wirkung hat.


Mit dem Jahresbeginn – und nun befinden wir uns bereits Ende Februar – kommt oft ein natürlicher Schwung. 🤸🏻‍♀️

Neue Vorhaben, neue Ausrichtung, neue Energie.

Und doch entsteht dabei schnell ein innerer Druck, Schritt zu halten.

Vielleicht braucht es aber gerade nicht mehr Tempo.

Sondern mehr Bewusstsein. Und mehr Präsenz. 😌

Vielleicht liegt die Qualität im Übergang.

In dieser Woche üben wir bewusst langsame Übergänge. Wir verweilen. Und nehmen Tempo raus.

Wir arbeiten mit Wiederholung statt mit Reizüberflutung und mit dem Fokus: Präsenz. 🧡

Denn die Verbindungen und Übergänge zwischen den Haltungen sind genau so wichtig wie die Haltungen selbst.

Du darfst dir Zeit nehmen in den Yogapositionen richtig anzukommen. Einen tiefen Atemzug zu nehmen. 🌬️

Und den Übergang zur nächsten Position genau so wichtig zu nehmen – und zu geniessen.

Oder wie die Italiener sagen: „Piano piano.“ ☺️

Vielleicht ist Wandel weniger ein Sprung – und mehr ein Tanz.


Am Montag stehe ich um 05:20 Uhr auf, weil ich früh am Morgen die Yogalektion am Spital Luzern leite.

Beim Fensteröffnen und Lüften fällt mir trotz Regen auf, dass bereits viel Vogelgezwitscher zu hören ist. Auch bei meinem Vogelhäuschen auf dem Balkon beobachte ich in den letzten Tagen deutlich mehr Vögeli. 🐦

Als ich um halb Sieben beim Spital ankomme, bestaune ich die allerersten Schneeglöckchen dieses Jahres.

Ok fair, vielleicht hast du bereits vorher welche gesehen, für mich sind es die ersten. 😅🙏🏼

Aktuell befinden wir uns im Übergang zwischen Winter und Frühling und zwischen Dunkelheit und Licht. 🌷

Solche Übergänge und Zwischenräume fühlen sich oft unklar, leicht wackelig, ungeordnet an.

Ich denke nur schon an die Herausforderung, wie man sich bei den aktuellen, schnellen Wetterwechseln kleiden soll, um nicht zu frieren. Aber auch, um sich nicht selbst eine transportierbare Sauna zu bauen. 😮‍💨

Und trotz des wackeligen Gefühls sind Übergänge wichtige und natürliche Prozesse des Lebens.

Vielleicht geht es in den Momenten gar nicht darum, schneller und beschäftigter zu werden – sondern bewusster und geerdeter. 😌

Denn Wandel und Veränderungen brauchen auch Stabilität.

Wo in deinem Leben verändert sich gerade etwas?
Was ist noch vertraut – und was fühlt sich schon neu an?
Wo darfst du beweglich bleiben?
Und wo tut es gut, dich bewusst zu erden?

In den Lektionen dieser Woche üben wir genau das:
Im Wandel beweglich und geerdet bleiben.

Eine Yoga-Haltung, die uns dieses Thema wunderschön spüren lässt, ist der Tänzer. 🧘🏼‍♀️

Denn vielleicht ist Wandel weniger ein Sprung – und mehr ein Tanz. 🧡


📸 Foto von Nadine Fischer 

„Jammerfasten“ – schaffst du eine Woche ohne zu jammern?


Jammerfasten.

Ich stutze und bleibe an dem Wort hängen. 🤔

Letzte Woche habe ich diese Werbung auf Instagram gesehen.

Es geht darum, sich für eine Woche oder einen Monat komplett dazu zu verpflichten, nicht zu jammern, zu nörgeln, zu schimpfen, zu fluchen oder sich zu beschweren.

Weder über das Wetter, noch über das PC-Problem bei der Arbeit. Oder den Drucker zu Hause. (Drucker sind ja bekanntlich die besten Geduld Tester). 😮‍💨

Und auch nicht über das „Einkaufs-Gspändli“, welches meinen Einkaufswagen vehement und bestimmt zur Seite schupst, um möglichst schnell zu den Bananen zu gelangen.

Es muss ein regelrechter Bananen Notfall sein, alles andere kann ich mir nicht erklären.
Und wer von uns kennt sie nicht: die Bananen Notfälle… 🍌

Nun gut: eine Woche Jammerfasten mag eventuell noch machbar sein. Aber ein ganzer Monat?

Dafür fluche ich dann doch zu gerne. 😄

Und ich finde es auch reinigend und heilsam, seinen Frust kurz und angemessen zu adressieren und verbalisieren zu dürfen.

Auch Frustgefühle möchten wahrgenommen werden. Wie alle Gefühle.

Deswegen heisst es ja auch Gefühle: „Geh hin und fühle.“ 💞🏃🏼‍♀️

Trotzdem finde ich den Ansatz des Jammerfastens spannend!

Denn um sich nicht in einer Endlosschleife des Frusts und Nervens zu bewegen, ist es genau so wichtig und heilsam, seinen Fokus wieder sanft auf Positives auszurichten:

– Auf aktuelle Erfolgserlebnisse,
– bevorstehende Reisepläne und Abenteuer,
– auf Ziele,
– oder deine Bucket Liste und Herzenswünsche,
– darauf was gerade toll und gut funktioniert
– und dich dankbar macht. 🤗
– Und natürlich auch darauf, was dich während deinen Herausforderungen stärkt.

Beobachte einmal, was passiert, wenn du ein Gespräch in diese Richtung leitest und deinem Gegenüber Fragen dazu stellst…

Happy Jammerfasten, liebe Yoginis! 😉

Die Kunst der Schlussentspannung: Savasana leicht gemacht

Geschrieben von   in 


Die Schlussentspannung oder in Sanskrit „Savasana“ wird entweder heiss geliebt oder als sehr schwierig empfunden.

Beginnen wir bei der Aussprache des altindischen Sanskrit-Wortes: man spricht es „Sha-VA-sa-na“ aus, mit Betonung auf der zweiten Silbe.

Das Wort hat ein „A“ mehr als Ananas. 🍍

Die wörtliche Übersetzung von „Savasana“ (शवासन) ist „Leichenhaltung“ oder „Totenstellung“.

Es ist eine der wichtigsten Entspannungshaltungen im Yoga, bei der du flach auf dem Rücken liegst und den Körper völlig entspannst am Ende der Yogalektion. 😌

Diese Haltung dient dazu, Körper und Geist zur Ruhe zu bringen und die Vorteile der Yoga-Praxis zu integrieren.

Durch die vorhergehenden intensiven Yogaübungen fällt es dem Körper deutlich leichter, in die Entspannung zu sinken.

Zur Schlussentspannung habe ich dir einige Tipps und Tricks zusammengestellt, die du gerne nach Lust und Laune testen kannst. 🤗

Ich selbst passe Savasana ebenfalls sehr individuell an, je nach Tagesform, Jahreszeit, aktueller Vorliebe und Raumtemperatur.

Los geht’s!


Decken
Im Winter können sie nicht kuschelig genug sein oder es dürfen gleich zwei Decken herhalten. Im Sommer braucht es oft gar keine.

Kopf leicht erhöhen
Gerade am Anfang ist es sehr ungewohnt, komplett flach am Boden zu liegen. Mit einer leichten Erhöhung des Kopfes ist dieses Problem zügig gelöst.

Je eine Decke oder ein Kissen unter den Knien
Dies entspannt und entlastet den unteren Rücken wunderbar.
Zudem ist es eine einfache, aber sehr effektive Methode, um Menschen mit einem Hohlkreuz (Lordose) zu helfen, eine bequemere und entspannende Haltung zu finden in Rückenlage.

Kissen auf dem Bauch platzieren
Ein leichtes Gewicht auf dem Bauch verbessert die Zwerchfellatmung und hilft dir, den Parasympathikus zu aktivieren, der für die „Ruhe- und Verdauungsreaktion“ des Körpers verantwortlich ist.

Das sanfte Gewicht kann ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, ähnlich wie eine Umarmung oder das Gewicht einer schweren Decke. Dies kann besonders beruhigend wirken und Angstgefühle reduzieren.

Auch hilft das Gewicht auf dem Bauch dabei, die Aufmerksamkeit auf den eigenen Körper und den Atem zu lenken. Besonders dann empfehlenswert, wenn du Mühe hast mit Gedankenkreisen in Savasana. ☺️

Oberkörper deutlich erhöht mit einer gerollten Bettdecke im Rücken und einem Türmli aus Büchern unter dem Kopf
Diese Variante ist dann hilfreich, wenn du leicht erkältet bist (verstopfte Nase) oder Heuschnupfen hast. Das Atmen wird deutlich erleichtert.

Bei grösserer Erkältung oder Krankheitsgefühl ist eine Yoga-Trainingseinheit nicht sinnvoll. Aber: du kannst dich dann mit dieser Savasana Möglichkeit trotzdem verwöhnen zu Hause. Nebenbei Spa-Musik laufen lassen und anschliessend einen starken Ingwer-Zitronentee geniessen. 🍵

Augenkissen oder Augenmaske
Auch hier wirkt das leichte Gewicht beruhigend und die Dunkelheit erleichtert es, in den Entspannungsmodus zu wechseln.

Fakirmatte
Eine etwas intensivere Methode: dafür brauchst du eine Fakirmatte (Nagelbrett). Man kennt sie auch unter dem Namen Pranamatte oder Akupressurmatte. 👳🏻‍♂️

Zu Beginn ist es intensiv genug, sich mit dem T-Shirt draufzulegen. Mit der Zeit fühlt es sich wunderbar an, direkt mit der nackten Haut Kontakt zu haben zu den Akupressurpunkten. Damit der Oberkörper nicht auskühlt, benutze ich eine Decke.

Viel Spass beim Ausprobieren! 🤗

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